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Tagung zum Risikomanagement

Vom Wägen und Wagen - Zum Umgang mit Risiken in der modernen Gesellschaft

Wie sieht gutes Risikomanagement aus? Und wie ist es eigentlich allgemein um den Umgang mit Risiken in unserer Gesellschaft bestellt?

Foto: Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

Foto: Tomasz Trojanowski - Fotolia.com

Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigte sich im März 2012 eine Tagung an der Evangelischen Akademie im Rheinland:

Augen zu und durch?
Wie gefahrenblind ist unsere Gesellschaft?
Freitag, 2. März, bis Samstag, 3. März 2012

„Augen zu und durch!“ Diese Art der Risikobewältigung hilft uns in manchen Fällen – z.B. beim Lampenfieber vor einer Prüfung, beim ersten Sprung vom 3-Meter-Brett. Aber meist ist das Abwägen von Nutzen und Risiken, das Risikomanagement, im Gesellschaftlichen wie im Privaten der bessere Weg - wohl wissend, dass sich Risiken letztlich nur begrenzen, aber nicht ausschalten lassen.

Tagung vermittelt Information und praxisnahe Reflexion
Die Tagung unter Leitung von Landespfarrer Peter Mörbel vermittelte Informationen über Risikomanagement in Volkswirtschaft, Politik und Gesellschaft allgemein und bot Gelegenheit zur praxisnahen Reflexion über konkreten Umgang mit Risiken, z.B. im unternehmerischen oder persönlichen Alltag.

Eingangsfrage: "Von der Risikoabschätzung zum guten Leben - oder umgekehrt?"
Eröffnet wurde die Tagung mit einem Vortrag von Dr. Markus Feufel vom Harding Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, Berlin: „Von der Risikoabschätzung zum guten Leben – oder umgekehrt?“ Das Abwägen von Risiken ist Teil unseres Alltags, kann uns aber auch überfordern, z. B. wenn es um die Einwilligung zu einer medizinischen Behandlung geht. Das Harding Zentrum will mit seiner Arbeit Menschen dabei unterstützen, Risiken in unserer modernen, von Technologie geprägten Welt besser zu verstehen und kompetenter mit ihnen umzugehen. So hat es z.B. Fragenkataloge entwickelt, die Entscheidungsprozesse erleichtern sollen.

Podiumsdiskussion: Abschied von der Risikogesellschaft? Zu Risikobewertung, Risikovorsorge und Gefahrenabwehr
In unserer hoch technisierten und unter starkem Wettbewerbsdruck stehenden Wirtschaft müssen laufend Entscheidungen getroffen werden, die oft mit schwer abschätzbaren Risiken verbunden sind. Zudem ist die gesellschaftliche Bewertung von Risiken hochgradig interessengeleitet und fällt dementsprechend gegensätzlich aus. Und: Die Auswirkungen eingetretener Risiken gehen in vielen Fällen weit über den Kreis der Verursacher hinaus. Die Frage „Abschied von der Risikogesellschaft?“ diskutierten unter den Aspekten Risikobewertung, Risikovorsorge und Gefahrenabwehr Vertreter aus der Industrie, dem Bankwesen, dem Verbraucherschutz und der Wissenschaft.

Das Podium war besetzt mit Tim Götzen, Leiter Risikomanagement bei der Telekom Deutschland, Stefan Kirschsieper, Geschäftsführender Gesellschafter eines mittelständischen Familienunternehmens und Vizepräsident der IHK Wuppertal-Remscheid-Solingen, mit Dr. Eberhard Schnebel vom zentralen Stab „Credit Risk Control“ bei der Commerzbank AG in Frankfurt, und  Ministerialrat Dr. Michael Winter, aus dem Bereich Verbraucherschutz des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz sowie dem Diplom-Volkswirt Matthias Zeeb. Zeeb, Geschäftsführer eines Beratungsbüros, untersucht, wie Gesellschaften ihre Systembelastbarkeit (Resilienz) erhöhen können, um auch in Klimawandel und Ressourcenverknappung funktionsfähig, gerecht und frei zu bleiben.

Der Tag schloss mit einer sozialethischen Reflexion zum Thema „Risikomanagement“.  Diese sozialethische Sicht bringt PD Dr. theol. Joachim von Soosten ein. Der Theologe lehrt u a. am Institut für Ethik und angrenzende Sozialwissenschaften an der Universität Münster.

Herausgefordert durch moderne Technologien: "Über den Umgang mit Risiken in modernen Gesellschaften"
Dr. Jürgen Hampel vom Institut für Sozialwissenschaften, Stuttgart, eröffnete den zweiten Tag mit seinem Referat „Über den Umgang mit Risiken in modernen Gesellschaften“. Hampel forscht insbesondere über den gesellschaftlichen Umgang mit neuen Technologien wie z.B. der Gentechnik.  

Arbeitsgruppen beleuchten exemplarisch unternehmerische Risiken, Verbraucherrisiken und persönliche Risiken 
Die anschließenden Arbeitsgruppen griffen zwei Bereiche beispielhaft heraus: die Risikoverteilung in Unternehmen, und den Umgang mit Verbraucherrisiken in den Medien.

Die Tagung - eine Kooperation mit Wirtschaftsgilde, KDA und Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer
Durchgeführt wurde die Tagung gemeinsam mit der Wirtschaftsgilde, dem Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und dem Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU).

hbl / 05.03.2012


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