Logo Akademie

Studienleitung

Dr. Kathrin S. Kürzinger
Tel.: +49 (0)228 47 98 98-56
Mobil: +49 (0)151 566 525 73
Mail an Dr. Kathrin S. Kürzinger
Twitter: @KSKuerzinger
Weitere Informationen zur Person

> zum Akademie-Team

Twitter

Twitter aktivieren

Hier Twitter-Dienste aktivieren

Instagram

Hier finden Sie den Instagram-Account von
Dr. Kathrin S. Kürzinger.

> Instagram

Termine

Hier finden Sie Termine aus dem Themenbereich Arbeit und Wirtschaft.

> weitere Informationen

Ihre Empfehlung

Sie möchten auf eine Veranstaltung zu den Themen „Arbeit“ oder „Wirtschaft“ aufmerksam machen?

Bitte hier eintragen

Tagung in Kooperation mit INITIATIVE e.V.

Kooperation als Erfolgsfaktor für Unternehmer

Vom 25. bis 26. März 2011 bot eine Akademietagung kleinen und mittelständischen Unternehmern ebenso wie Freiberufler Gelegenheit zu einem Informations- und Erfahrungsaustausch über arbeitsteilige Kooperationen.

Foto: fotolia.com. Fotograf: nyul LupeFoto: fotolia.com. Fotograf: nyul

Unternehmerische und freiberufliche Selbstständigkeit benötigt heute stärker als je zuvor eine arbeitsteilige, kooperative Vernetzung - so die Eingangsthese zu unserer Tagungsausschreibung für die Tagung „Zusammenarbeit und Wettbewerb. Kooperation als Erfolgsfaktor für selbstständige Unternehmer und Freiberufler.“

Spezialisierung und vernetztes Handeln bedingen sich

Kleine oder mittelständische Unternehmer und Freiberufler haben heute vor allem dann gute Chancen am Markt, wenn sie spezialisierte Leistungen anbieten, mit denen sie sich von anderen Marktteilnehmern abheben. Eine solche Spezialisierung benötigt auf der anderen Seite stärker als je zuvor freiwillige Kooperation und vernetztes Handeln.

Zusammenarbeit und Wettbewerb - ein Wertekonflikt?

„Zusammenarbeit und Wettbewerb, das deutet zunächst dennoch auf einen Wertekonflikt hin“, hält der für den Bereich Wirtschaft verantwortliche Studienleiter, Landespfarrer Peter Mörbel, fest. Denn wirtschaftlich Selbständige haben sich bewusst für eine Existenzform entschieden, die ihnen eigenverantwortliches und unabhängiges Handeln ermöglicht. Arbeitsteilige Kooperation mit anderen verlangt jedoch Abstriche vom Ideal der unternehmerischen Selbstständigkeit.

Gab auf der Tagung Einblick in unterschiedliche Formen der Kooperation: die Podiumsdiskussion mit sieben klein- und mittelständischen Unternehmern LupeGab auf der Tagung Einblick in unterschiedliche Formen der Kooperation: die Podiumsdiskussion mit sieben klein- und mittelständischen Unternehmern

Deshalb ging es auf der Tagung u. a. um Fragen wie:

Wie kommen Kooperationen zustande, die ihre Vorteile entfalten, ohne die Selbstständigkeit der beteiligten Partner aufzuheben? Welche unternehmerischen Kooperationen haben sich trotz grundsätzlichen Wettbewerbs entwickelt und bewährt?

Die Referate kamen u. a. von Dr. Konstantin Kolloge, Zentralverband Gewerblicher Verbundgruppen e.V. („Zusammenarbeit von Mittelständlern im Wandel der Zeit. Alte und neue Formen der Unternehmenskooperation“) und Professor Dr. Hans-Joachim Leyrer, Bonn („Warum arbeiten Selbstständige zusammen? Ökonomische und nicht-ökonomische Motive“).

Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch ebenso wie zur wirtschaftsethischen Reflexion. Die Tagung richtete sich insbesondere an Freiberufler und Selbstständige, Inhaber kleiner und mittlerer Betriebe, aber auch an alle, die sich für dieses Thema interessieren. Mehr Informationen zum Tagungsverlauf und den Referenten finden Sie hier.

Alle Referate und Beiträge der Tagung sind in einem Tagungsband dokumentiert. Dieser Tagungsband ist in der Akademiereihe "Begegnungen" erschienen.

Zusammenarbeit und Wettbewerb
Kooperation als Erfolgsfaktor für Selbstständige, Unternehmer und Freiberufler
Hg.: Peter Mörbel, Kerstin Schmitz-Mohr
(= Begegnungen 28)
Bonn 2011
ISBN 978-3-937621-35-7
9,00 Euro

Die Publikation kann dann über den Buchhandel oder direkt bei der Akademie bezogen werden.

bestellen

Einblicke in die Podiumsdiskussion können Sie in unserer Rubrik "Dokumente" nachlesen. 

Die Akademie hat diese Tagung gemeinsam mit INITIATIVE e. V. durchgeführt, einer Vereinigung selbstständiger kleiner und mittlerer Unternehmer und Freiberufler in allen Teilen Deutschlands mit Partnern in den evangelischen Kirchen Mittel- und Osteuropas.

Mit der Regionalsprecherin Rheinland-Nord, Kerstin Schmitz-Mohr, sprach im Vorfeld der Tagung die Öffentlichkeitsbeauftragte der Akademie, Hella Blum. Das Interview können Sie hier nachlesen.

Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V. LupeKerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V.

Interview mit Kerstin Schmitz-Mohr, Regionalsprecherin Rheinland-Nord von INITIATIVE e.V.

Frau Schmitz-Mohr, unser gemeinsames Tagungsprojekt „Zusammenarbeit und Wettbewerb“ hat den Untertitel „Kooperation als Erfolgsfaktor für selbstständige Unternehmer und Freiberufler“. Ist das nicht ein bisschen paradox: Selbstständige Unternehmer, also Konkurrenten auf dem Markt, sind erfolgreicher, wenn sie zusammenarbeiten?

 

Kerstin Schmitz-Mohr (KSM): Genau um dieses scheinbare Paradoxon geht es uns in dieser Veranstaltung! Wir wollen gemeinsam mit den Teilnehmern und Referenten darüber diskutieren, inwiefern die Zusammenarbeit und Kooperation mit anderen, auch Wettbewerbern, tatsächlich notwendig und Erfolg versprechend ist und wo der Selbstständige dann doch lieber alleine arbeitet.

 

Welche Formen der Zusammenarbeit gibt es denn heute bei kleinen und mittelständischen Unternehmen?

 

KSM: Ich denke, die Formen der Zusammenarbeit sind vielfältig. Zum einen gibt es die berühmten Netzwerkpartner, d. h., Unternehmen oder Freiberufler, die in der Regel eine ergänzende Dienstleistung oder ein sich ergänzendes Angebot gemeinsam anbieten bzw. vermarkten. Zum anderen gibt es auch die Variante, dass man Leistung, die man selber nicht erbringen kann oder will, bei einem externen Partner „einkauft“ und somit am Markt insgesamt attraktiv bleibt. Und dazwischen gibt es viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

 

Kann man darüber hinaus neue Entwicklungen bei den Formen der Zusammenarbeit beobachten?

 

KSM: Ich glaube, dass es in der heutigen Zeit sehr viel mehr Freiberufler und Selbstständige gibt, die sich in irgendeiner Form spezialisiert haben. Und die somit eine Nische besetzen. Aus diesem Grunde sind sie dann häufiger auf Partner angewiesen, die ein ergänzendes  Spezialgebiet anbieten, um insgesamt wieder ein komplettes Angebot darzustellen.

 

Sie sind Inhaberin von KSM Beratung, einem Unternehmen für Personal- und Organisationsentwicklung, und praktizieren selbst Kooperationen mit festen Partnern aus dem Bereich Unternehmensberatung, Schulungsinstitut und Kommunikationsdienstleistung. Ist das ein über die Zeit gewachsenes Netzwerk oder gibt es ein „Gründungsdatum“ der Zusammenarbeit?

 

KSM: Es ist tatsächlich ein gewachsenes Netzwerk. Erste Kontakte stammen noch aus meiner Zeit in der Festanstellung und konnten von mir während meiner Existenzgründung aufgefrischt bzw. vertieft werden. Darunter sind zum Beispiel auch ehemalige Kollegen, die sich bereits vor mir selbstständig gemacht hatten. Andere kamen mit der Zeit hinzu.

 

Worauf legen Sie besonderen Wert bei Ihren Kooperationen?

 

KSM: Zum einen muss es thematisch passen. Das heißt, es sollte ein Unternehmen oder ein Selbstständiger sein, der im Bereich der Personalarbeit tätig ist. Häufig bietet derjenige dann etwas an, was ich selber nicht vertrete, mein Kunde aber mit angefragt hat! Hieraus ergibt sich dann die Möglichkeit, gemeinsam etwas anzubieten. Zum anderen muss es natürlich auch menschlich passen. Wenn man zusammen arbeitet, sich beispielsweise gemeinsam bei einem potentiellen Kunden vorstellt, muss man dem Partner absolut vertrauen können. Es muss klar sein, wer was vertritt, wie man kommuniziert und so weiter. Ohne Vertrauen geht es nicht.

 

Wie gestalten Sie Ihre Zusammenarbeit?

 

KSM: Entweder ergibt sich aus einer Kundenanfrage heraus der Bedarf, einen Partner mit ins Projekt zu holen, da der Kunde etwas anfragt, was ich selber nicht bedienen kann. Ich habe aber auch  Kooperationspartner, mit denen ich eine grundsätzliche Zusammenarbeit verabredet habe. In diesen Fällen haben wir uns gemeinsam überlegt, ein Konzept oder ein Angebot vor vorneherein gemeinsam am Markt zu platzieren.

 

Wo setzen Sie sich Grenzen?

 

KSM: Wenn ich das Gefühl habe, dass ein potentieller Partner mich ausnutzen will und zum Beispiel nur meine Kontakte nutzen möchte, ohne dass tatsächlich ein gemeinsamer Auftrag zustande kommt, dann lehne ich die Zusammenarbeit ab. Wichtig bei Kooperationen und Zusammenarbeit ist die berühmte „Win-Win-Situation“ für alle Beteiligten. Sonst macht es keinen Sinn…und auch keinen Spaß!

 

Letztlich beruht doch die Fähigkeit, Kooperationen einzugehen auf der grundsätzlichen Fähigkeit zu vertrauen. Aus welchen Quellen speist sich ihr Vertrauen in die Zusammenarbeit?

 

KSM: Aus meinen bisherigen Erfahrungen und aus meinem Glauben an das Gute im Menschen. Bisher habe ich glücklicherweise überwiegend positive Erfahrungen gemacht. Ich hatte bisher nie das Gefühl, dass man mich ausnutzt. Wichtig dabei ist aber immer, dass man offen und ehrlich mit seinem Partner kommuniziert. Wenn man rechtzeitig sagt, was nicht geht oder was man anders haben möchte, dann hat man eine Chance, die Zusammenarbeit so zu gestalten, dass alle Beteiligten sich wohl dabei fühlen. Offenheit und Ehrlichkeit sind die Voraussetzung für Vertrauen.

 

Sie sind Regionalsprecherin der Initiative e.V. Wie haben Sie die INITIATIVE kennen gelernt?

 

KSM: Ich habe, angeregt durch einen beruflichen Kontakt, vor 2 Jahren an der Tagung der Evangelischen Akademie und Initiative e.V. zum Thema „Beruf und Berufung“ teilgenommen. Das damalige Tagungsthema und die gesamte Atmosphäre haben mir sehr gut gefallen und viele Gedankenanstöße gegeben. Zumal ich genau zu dieser Zeit meine Selbstständigkeit begründet habe.

 

Was hat Sie zum Engagement bei INITIATIVE e.V. bewogen?

 

KSM: Das hat sich durch den Kontakt zu und viele Gespräche mit meinem Vorgänger als Regionalsprecher, Herrn Professor Dr. Otto Strecker ergeben. Zunächst gefiel mir der Ansatz von Initiative, in einem Kreis aus Vertretern von Wirtschaft und Kirche Themen anzusprechen, die viele Menschen heute beschäftigen. Und dann hatte ich Lust, mich in diesem Kreise zu engagieren und dadurch auch neue Kontakte zu knüpfen. So ein Ehrenamt bietet ja auch immer die Möglichkeit, sich mal außerhalb des üblichen Geschäftslebens zu engagieren. Und das war und ist mir wichtig.

 

Frau Schmitz-Mohr, herzlichen Dank für das Gespräch!

Tagungskooperationen mit INITIATIVE e.V.:
in unserer Akademie-Reihe „Begegnungen“ dokumentiert
 

Die diesjährige Tagung ist bereits die dritte Tagung, die Akademie und INITIATIVE-Europa gemeinsam ausrichten.  

In den vorausgehenden Tagungen ging es um Wirtschaftliche Selbstständigkeit in Deutschland und in Mittel- und Osteuropa“ (2007) und unter dem Titel „Beruf und Berufung“ um den Stellenwert von Luthers Berufsethos in der globalisierten Wirtschaft (2009). Beide Tagungen sind in unserer Akademie-Reihe „Begegnungen“ dokumentiert.

Genauere Informationen zu den Tagungsdokumentationen finden Sie hier auf unserer Internet-Seite.

Facebook, Twitter und Google+ einschalten
Seite drucken Seite versenden

 

hbl / 03.01.2016



© 2019, „Kirche-Arbeit-Wirtschaft“ - Evangelische Akademie im Rheinland
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung