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Drei Frauen unterschiedlichen Alters im Gespräch am Arbeitsplatz. Foto: contrastwerkstatt - fotolia.com Foto: contrastwerkstatt - fotolia.com

Themenfeld Arbeit

Ältere im Betrieb

Die bundesdeutsche Gesellschaft wird älter und mehr Menschen scheiden zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Erwerbsleben aus. Gleichzeitig nimmt die Geschwindigkeit von Innovationen in den Betrieben zu. Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Unternehmen stellt dies vor Herausforderungen.

Arbeitsbedingungen für ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen so verändert werden, dass diese gesundheitlich die Arbeit bis zum 67. Lebensjahr durchhalten. Ein flexibler Übergang in den Ruhestand ist nötig, der nicht zu starken Rentenkürzungen und damit zu Altersarmut führt. So sehen es die Gewerkschaften und Fachinstitute. Doch wie lässt sich das umsetzen?

Steigende Erwerbsquote älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer

In einem Gastbeitrag für diese Website hat Professor Dr. Gerhard Bäcker die recht unterschiedliche Situation der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dargestellt. Für zahlreiche Berufe und Arbeitsplätze gebe es begrenzte Tätigkeitsdauern, das heißt faktische Höchstaltersgrenzen, die eine Weiterarbeit bis ins höhere Alter hinein kaum möglich machen, so der Senior Professor am Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen. Beispiele sind für ihn der Dachdecker oder die Krankenschwester, aber auch Tätigkeiten in der Automobilindustrie, im Transport- und Verkehrswesen. Auf der anderen Seite gebe es einen erheblichen Teil der Beschäftigten, die sehr wohl fähig und bereit beziehungsweise wegen der steigenden Altersgrenzen gezwungen sind, länger im Arbeitsleben zu bleiben.

„In den vergangenen Jahren ist die Erwerbstätigkeit kurz vor und jenseits der Regelaltersgrenze bereits deutlich gestiegen“, heißt es in einer Analyse aus dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) von 2018. So habe sich die Erwerbsquote der 60-bis unter 65-Jährigen seit 2005 auf knapp 60 Prozent verdoppelt, die der 65- bis unter 70-Jähri­gen stieg von 6,3 Prozent auf 16,3 Prozent (Eurostat 2017). Allerdings sei in dieser Altersgruppe im Frühjahr 2017 auf vier geringfügige Beschäftigungsverhältnisse nur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung gekommen. Eine Beschäftigung bis zum Renteneintritt steigere die Wahrscheinlichkeit, auch nach dem Übergang erwerbstätig zu sein. Ebenso gingen höhere Haushaltseinkommen bei Frauen wie bei Männern mit einer höheren Erwerbstätigenquote im Rentenalter einher.

Unterstützung über alle Lebensphasen hinweg

Wer Arbeitsstrukturen herstellen will, in der sich Alte und Junge wohlfühlen, kommt um eine aktive Veränderung der Arbeitswelt in den Betrieben nicht herum. „Bekannte Maßnahmen zur Gestaltung altersheterogener Lern- und Arbeitsstrukturen sind unter anderem Coaching, Mentoring, Tandems, Übernahme von Patenschaften, kollegiale Beratungen und intergenerative Teams oder Gesprächskreise mit Auszubildenden“, heißt es in einer Studie der Betriebskrankenkassen. Voraussetzung für solche Angebote seien ein dialogorientiertes Kommunikations- und Entscheidungsverhalten der Führungskräfte und eine entsprechende Förderung von Seiten der Verantwortlichen. Das Unternehmen von Morgen müsse, wenn es den demographischen Wandel bewältigen will, eine Wissensaustauschkultur gestalten, die Lernprozesse ermöglicht und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Entwicklung über alle Lebensphasen hinweg unterstützt.

Weichen müssen in der Arbeitswelt gestellt werden

Ähnlich sieht diese die Evangelische Kirche im Rheinland in der 2016 veröffentlichten Handreichung „Langes Leben – Weitsicht und beherztes Handeln“. Ein längerer Verbleib im Erwerbsleben und ein späterer Renteneintritt seien zentrale Parameter, um die Alterssicherungssysteme sowohl auf der Einnahmenseite durch mehr Beitragszahlerinnen und Beitragszahler als auch auf der Ausgabenseite durch die Begrenzung der Rentenbezugszeiten zu entlasten. „Durch die Anhebung von Altersgrenzen allein verbessern sich weder der Gesundheitszustand noch die Qualifikation älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, noch ihre Lage auf dem Arbeitsmarkt und in den Betrieben“, so die Landeskirche.

„Zwar sollen – und viele wollen es auch – die Älteren länger arbeiten. Die Weichen dafür, dass ihnen dies auch tatsächlich möglich ist, müssen jedoch in der Arbeitswelt gestellt werden“, heißt es in der Veröffentlichung. Ein späterer Rentenbeginn sei deshalb nicht mit einem längeren Verbleib im Berufsleben gleichzusetzen, sondern kann auch bedeuten, dass mehr Ältere arbeitslos werden beziehungsweise bleiben oder – um den Preis hoher Rentenabschläge – auf einen vorgezogenen Rentenbeginn ausweichen müssen.

Ralf Thomas Müller

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