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Dr. Kathrin S. Kürzinger
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Das Foto zeigt die Handflächen von verschiedenen Menschen, die alle zu einem Mittelpunkt zeigen. Auf alle Handfläche finden sich rote  Farbfelder, die zusammen ein rotes Herz formen. Foto: Tim Marshall on Unsplash Foto: Tim Marshall on Unsplash

Pressemitteilung des Evangelischen Verbandes Kirche Wirtschaft Arbeitswelt

Keine halben Sachen mehr!

"Solidarität ist Zukunft" ist das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum diesjährigen 1. Mai, dem Tag der Arbeit. Der Tag der Arbeit steht auch 2021 im Zeichen der Corona-Pandemie.

„Wir müssen die Bedingungen in der Pflege, in der Fleischindustrie und in der Ernte im Blick behalten.“ Dazu fordert der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt e.V. (KWA) zum Tag der Arbeit auf. „Als Teil der Evangelischen Kirche setzen wir uns stets für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit ein“, so Gudrun Nolte, Vorsitzende im KWA. „Besonders wichtig ist uns eine nachhaltige und soziale Wirtschaftsordnung. Ohne solidarisches Handeln ist die nicht denkbar.“ Sie fügt hinzu: „Gerade prekäre Beschäftigung bedarf weiterhin unserer großen Aufmerksamkeit. Prekär beschäftigte Arbeitnehmer*innen erhalten häufig keinen „anständigen“ Lohn, im Gegenteil zahlen sie einen hohen Preis für ihre Arbeit - insbesondere dann, wenn ihre Gesundheit aufs Spiel gesetzt wird.“ Das haben die Corona-Ausbrüche bei Erntehelfer*innen und in der Fleischindustrie deutlich gezeigt.

Fleischindustrie:

Wir begrüßen das seit Januar geltende Arbeitsschutzkontrollgesetz und das darin formulierte Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie als notwendigen ersten Schritt. Um jedoch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Beschäftigten nachhaltig zu verbessern, müssen weitere Schritte folgen. Dazu gehört z.B., beengte und schlechte Wohnverhältnisse zu überwinden und ein angemessener, garantierter Lohn. Wir unterstützen den Vorschlag der EU-Kommission, Mindestlöhne in der EU an 60% des Medianwertes aller Einkommen eines Landes auszurichten. Um Armutslöhne zu verhindern, dürfen neue (Branchen-) Mindestlöhne nur oberhalb dieser Grenze abgeschlossen werden.

Wir fordern: Keine halben Sachen mehr, wenn es um Menschenwürde, Gesundheit und Gerechtigkeit in der Fleischindustrie geht.

Ernte:

Auch Erntehelfer*innen waren im vergangenen Jahr stark von Corona und schlechten Arbeitsbedingungen betroffen. Besonders schwierig in diesem Jahr: Der Gesetzgeber duldet erneut, dass Saisonbeschäftigte nicht sozialversicherungspflichtig sind, wenn sie weniger als 102 Tage in Deutschland arbeiten. Damit sind Erntehelfer*innen u.U. nur sehr unzureichend oder im Extremfall überhaupt nicht krankenversichert.

Keine halben Sachen mehr! Wer zu anstrengender, schwerer Arbeit angeworben wird, hat das Recht auf soziale Absicherung! Alles andere ist unsolidarisch und hat keine Zukunft.

Pflege:

Auf die Pflegekräfte schauen wir mit erheblicher Sorge. Pflegende in Krankenhäusern und Altenheimen leisten seit Jahren viel mehr Mehrarbeit als ihnen und ihrer Gesundheit guttut. Die schwierigen Arbeitsbedingungen und die mangelnde Personalbemessung für die Mitarbeitenden in Krankenhäusern führen zu Überforderung und extremer psychischer und physischer Belastung. Im Corona-Jahr 2020 haben weitere 9000 Pflegekräfte den Pflegeberuf verlassen. Sie brauchen unsere Solidarität und Unterstützung, weil ihnen häufig die Kraft für Arbeitskämpfe fehlt.

Erst vor wenigen Wochen schien ein flächendeckender Tarifvertrag in der Altenpflege zum Greifen nahe.  Ein solcher Tarifvertrag hätte Pflegekräften Anerkennung gegeben, den Rücken gestärkt, in vielen Bereichen für bessere Arbeitsbedingungen gesorgt und zur sozialen Gerechtigkeit beigetragen. Die Caritas hat abgelehnt und die Diakonie hat keinen Beschluss dazu gefasst.

Auch hier sagen wir: Keine halben Sachen mehr! Solidarität ist Zukunft.

Ökumenischer Kirchentag:

Wenige Tage nach dem Tag der Arbeit beginnt der Ökumenische Kirchentag unter dem Motto „Schaut hin“.  Der Evangelische Verband Kirche Wirtschaft Arbeitswelt (KWA) und seine Mitgliedsorganisationen in den Landeskirchen schauen genau hin und werden das auch in Zukunft tun. „Schaut hin“ ist eine Mahnung an uns alle, Missstände und Ungerechtigkeiten nicht hinzunehmen.  Genau hinschauen steht am Beginn von solidarischem Handeln und nur Solidarität ist Zukunft.

Solidarität zu leben ist nicht leicht. Es bleibt geboten, sie einzufordern. Im neuen Testament erinnert Paulus im Brief an die Galater an die Pflicht zur Solidarität: „Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal. 6, 2).

Gewerkschaft und Kirche engagieren sich oft gemeinsam für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit. Zum 01.  Mai wird das in zahlreichen Gottesdiensten deutlich.

Kontakt:

Gudrun Nolte, KWA Vorsitzende und Leiterin des KDA der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland: Tel 040 30620-1351; Mail an Gudrun Nolte Gudrun.Nolte@kda.nordkirche.de

Axel Braßler, KWA Geschäftsführer, 0511 473877-11; Mail an Axel Brassler a.brassler@kwa-ekd.de

Der Evangelische Verband Kirche-Wirtschaft-Arbeitswelt (KWA) ist eine Stimme der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), die sich im gesellschaftspolitischen Diskurs für gute Arbeit und soziale Gerechtigkeit einsetzt. Durch Veranstaltungen, Publikationen und Kampagnen fördert er den Dialog zwischen Kirche, Wirtschaft und Arbeitswelt. Der KWA orientiert sich mit seinem bundesweiten Netzwerk an einer nachhaltigen und sozialen Wirtschaftsordnung, die dem Wohl des Menschen dient.

www.kwa-ekd.de

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kwa, hbl / 01.05.2021



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